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Das Strafbefehlsverfahren Der Beschuldigte erhält oftmals durch das Amtsgericht einen Strafbefehl. In vielen Bereichen z.B. bei Straßenverkehrsdelikten (Trunkenheit) werden die Verfahren sehr häufig durch einen Strafbefehl abgeschlossen. Ein derartiges Verfahren, welches nur schriftlich geführt wird, kann durchaus für den Mandanten vorteilhaft sein. Es gilt insoweit im Vorfeld dieses bereits zu bedenken und ggf. gegenüber der Staatsanwaltschaft ein derartiges Verfahren anzuregen. Allerdings ist zu bedenken, dass gegen die Vorteile eines Strafbefehlsverfahrens, dem schnellen, kostengünstigen Abschluss, ohne Verhandlung und öffentlichem Aufsehen, eine oft nur einfache strafrechtliche Prüfung steht, die dem Vorwurf in aller Regel nicht gerecht wird. Der Strafbefehl wird von der Staatsanwaltschaft beantragt, wird vom Strafgericht überprüft und dann durch das Gericht erlassen. Er besteht aus dem Tatbestand und einer rechtlichen Bewertung. Gegen einen Strafbefehl kann innerhalb einer Ausschlussfrist von 14 Tagen nach Zustellung Einspruch erhoben werden. Der Einspruch muss nicht begründet werden. Wird ein Strafbefehl erlassen, so gehen Gericht und Staatsanwaltschaft nach Aktenlage von der Schuld des Betroffenen aus. Ob aber ein Einspruch eingelegt werden soll, muss immer sehr umsichtig überlegt werden. deshalb selbstkritisch überlegt werden. Auch wenn das Verfahren oberflächlich geführt wird, haben bereits Staatsanwaltschaft und Gericht den Akteninhalt geprüft und sind von einer Verurteilung überzeugter als von einem Freispruch. Insoweit sollte man gute Argumente für einen Einspruch haben. Insbesondere Beweismittel, die die Justiz von ihrer Meinung in der Hauptverhandlung abbringen können. Dabei ist auch und besonders zu bedenken, dass ein sogenanntes Verschlechterungsverbot bei einem Einspruch gegen einen Strafbefehl nicht besteht, das heißt, dass das Gericht auch eine höhere Strafe, als im Strafbefehl festgesetzt, ausurteilen kann. Nebenbei sind auch die höheren Kosten des Hauptverfahrens und das ggf. zu befürchtende öffentliche Aufsehen. Insoweit ist die Entscheidung, ob ein Einspruch eingelegt werden soll, von der rechtlichen Bewertung, insbesondere der Beweislage nach Aktenlage abhängig. Es wird versucht, mit Fach- und Sachkunde sowie der Erfahrung des Verteidigers, den Ausgang der Hauptverhandlung vorrauzusehen. Dabei ist die Frage der Schuld oder Unschuld des Mandanten von untergeordneter Bedeutung. Aber auch hier gilt, der Mandant entscheidet letztendlich selbst, nach eingehender Beratung über die Rechtslage durch seinen Verteidiger. Wenn ein Einspruch eingelegt wurde, folgt darauf eine Hauptverhandlung vor dem zuständigen Strafgericht. Die Entscheidung, ob Einspruch eingelegt werden soll, muss sich mit ihren Überlegungen auf die rechtliche Bewertung und auf die Beweislage beziehen. Man bewertet die Akten und versucht, den Gang und das Ergebnis einer Hauptverhandlung vorauszusehen. Auf die Überzeugung des Mandanten, er sei unschuldig und man könne ihm nichts nachweisen, kommt es nicht so sehr an wie auf eine nüchterne und fachkundige Gesamtschau über alle Sach- und Personalbeweise. Der Verteidiger wird beraten, die Entscheidung liegt bei dem Mandanten.